Warum nur Bitcoin? Und nicht Blockchain, Crypto, Ethereum oder CBDCs

Die Frage, die immer kommt

Sobald du anfängst, über Bitcoin zu sprechen, kommt früher oder später die Frage: “Aber was ist mit Ethereum? Und Solana? Und was ist eigentlich mit Blockchain-Technologie allgemein?” Hinter dieser Frage steckt ein fundamentales Missverständnis. Bitcoin ist nicht “eine Kryptowährung unter vielen”. Es ist eine grundlegend andere Kategorie. Dieser Artikel erklärt, warum.

Warum nicht “Blockchain”?

Der Begriff Blockchain hat sich als Buzzword verselbstständigt. Im Original-Whitepaper von Satoshi Nakamoto steht das Wort “Blockchain” kein einziges Mal — dort ist von Blöcken die Rede, die kryptographisch miteinander verbunden werden.

Eine Blockchain ist nichts weiter als eine Reihe verbundener Datensätze. Dieses Konzept existiert seit Jahrzehnten — die älteste bekannte Blockchain wird seit 1995 in der New York Times genutzt, um Zeitstempel fälschungssicher zu machen. Daran ist nichts revolutionär.

Was Bitcoin besonders macht, ist nicht die Blockchain an sich, sondern die Kombination aus Blockchain, Proof of Work, Dezentralität und begrenzter Geldmenge. Die Blockchain ist ein Bestandteil von Bitcoin — nicht die Innovation selbst. Verbundene Datensätze allein sind nicht dezentral.

Wenn jemand sagt: “Blockchain ist die Zukunft, Bitcoin aber nicht” — dann ist das ungefähr so, als würde man sagen: “Flügel sind die Zukunft, Flugzeuge aber nicht.”

Warum nicht “Crypto”?

Der Begriff Crypto ist doppeldeutig. Er kann Kryptowährung bedeuten oder Kryptographie. Umgangssprachlich hat sich “Crypto” als Sammelbegriff für tausende Projekte etabliert, die sich unter diesem Label tummeln — und die mit Bitcoin wenig bis nichts gemeinsam haben.

Bitcoin nutzt Kryptographie als Werkzeug. Aber Bitcoin ist keine “Kryptowährung unter vielen”. Die richtige Unterscheidung lautet:

Bitcoin — nicht Crypto.

Warum nicht Ethereum?

Ethereum ist nach Marktkapitalisierung die Nummer 2. Aber bei genauerem Hinsehen zeigen sich fundamentale Unterschiede zu Bitcoin.

Pre-Mining und unfaire Verteilung

Bei Ethereum wurden Coins erzeugt, bevor es alle konnten. Die Gründer und frühen Investoren hatten einen massiven Vorteil. Bei Bitcoin gab es kein Pre-Mining — jeder einzelne Bitcoin wurde durch Mining erzeugt, und die ersten Miner hatten keine anderen Werkzeuge als alle anderen.

Zentrale Kontrolle

Ethereum wird von der Ethereum Foundation gesteuert. Mit der sogenannten “Difficulty Bomb” wurde der Wechsel zu Proof of Stake bei “The Merge” effektiv erzwungen. Wer am Staking teilnehmen will, braucht mindestens 32 ETH — nur wer genug hat, darf direkt mitspielen. Zum Vergleich: Eine Bitcoin Full Node kostet rund 150 Euro, und jeder kann sie betreiben.

Technische Probleme

Die Inflationsrate von Ethereum ist nicht vorhersehbar — sie ändert sich fast täglich und liegt nie bei null. Die Ethereum-Blockchain umfasst mittlerweile rund 17 Terabyte (seit 2015). Die Bitcoin-Timechain kommt auf etwa 0,7 Terabyte (seit 2009). Dieser Unterschied macht es bei Ethereum nahezu unmöglich, eine Full Node zu Hause zu betreiben, was die Dezentralität untergräbt.

Nur Bitcoin ist wirklich dezentral.

Warum nicht Altcoins?

Hinter jedem Altcoin steht eine Art Institution:

AltcoinKontrollinstanz
EthereumEthereum Foundation
Ripple (XRP)Ripple Labs
SolanaSolana Foundation
BNBBinance
CardanoCardano Foundation

Geld sollte keine Postanschrift haben. Wenn hinter einem Geldsystem ein Unternehmen mit Adresse, CEO und Rechtsabteilung steht, dann ist es kein dezentrales Geld — es ist ein Unternehmensprodukt.

Darüber hinaus sind Altcoins in der Handhabung komplizierter. Häufige Updates erfordern ständige Anpassung der Software und Wallets. Höhere Komplexität bedeutet mehr Angriffsfläche und mehr Fehleranfälligkeit (Exploits).

Nur Bitcoin wird von keinem Unternehmen geführt.

Warum nicht Proof of Stake?

Proof of Stake (PoS) ist der Konsensmechanismus, den Ethereum und viele andere Altcoins verwenden. Er funktioniert grundlegend anders als Proof of Work:

Bei PoS wird derjenige, der den nächsten Block erzeugt, vorher ausgewählt — basierend auf der Menge an Coins, die er bereits besitzt und “staked” (sperrt). Zugang wird also durch bereits Teilnehmende gewährt.

Das grundsätzliche Problem: Es gibt keinen Mechanismus, der einmal erhaltene Netzwerk-Kontrolle wieder umverteilt. Je mehr Coins jemand besitzt, desto höher ist seine Chance auf den nächsten Block — und desto mehr neue Coins erhält er. Staking ist ein Mechanismus für prozentual wachsende Kontrolle.

Die Reichen werden immer reicher. Das ist exakt das Problem, das im Fiatgeldsystem als Cantillon-Effekt bekannt ist — nur in digitaler Form.

Im Vergleich dazu bei Proof of Work (Bitcoin):

Ohne Proof of Work kein hartes Geld.

Warum nicht NFTs?

Non-Fungible Tokens (NFTs) waren der Hype der Jahre 2021 und 2022. Die Idee: Digitale Besitzzertifikate für Kunstwerke, Musik oder virtuelle Gegenstände, gesichert auf einer Blockchain. In der Praxis scheitert das Konzept am Orakel-Problem.

Was tatsächlich “on-chain” gespeichert wird, ist nur der Link zum Bild oder Objekt. Das Bild selbst liegt außerhalb der Blockchain — auf einem Server, in einer Datenbank, irgendwo im Internet. Ein sogenanntes “Orakel” (eine zentrale Stelle) verbindet die reale Welt mit der Blockchain.

Dieses Orakel kann zensieren, filtern und Fehler machen. Server können abgeschaltet werden — und dann zeigt der Link ins Leere. Dein NFT ist dann ein Verweis auf nichts.

Wenn man sowieso eine zentrale Einheit braucht, um das System am Laufen zu halten, dann braucht man keine dezentrale Datenbank. Eine normale Datenbank würde denselben Zweck erfüllen — schneller und billiger.

Warum nicht ein anderer Proof of Work?

Vor Bitcoin gab es mehrere Versuche, ein digitales Geldsystem mit Arbeitsnachweis zu bauen:

Bitcoin ist das erste System, das tatsächlich funktioniert. Es kombiniert Jahrzehnte an kryptographischer Forschung zu einem Gesamtsystem, das seit 2009 ohne Unterbrechung läuft.

Warum es nur eines geben wird:

Man kann das Rad nicht ein zweites Mal erfinden.

Warum nicht CBDCs?

Central Bank Digital Currencies (CBDCs) — digitales Zentralbankgeld — sind das exakte Gegenteil von Bitcoin. Während Bitcoin maximale Freiheit und Dezentralität anstrebt, ermöglichen CBDCs maximale Kontrolle.

Was CBDCs technisch ermöglichen:

Was das bedeutet:

Ein möglicher Brief der Zukunft:

“Sehr geehrter Herr Müller, uns ist aufgefallen, dass Sie vermehrt Alkohol gekauft haben. Wir werden entsprechende Zahlungen nicht mehr ausführen. Für Ihre eigene Sicherheit.”

Klingt übertrieben? In China existieren Teile dieses Systems bereits. CBDCs sind nicht die Lösung — sie sind die Vollendung des Problems.

Zusammenfassung: Wer kontrolliert das Geld?

SystemKontrolle
BitcoinVon den Menschen, für die Menschen
Altcoins/CryptoEinzelne Unternehmen
CBDCsStaaten

Was Bitcoin einzigartig macht, ist die Kombination von Eigenschaften, die kein anderes System bietet:

Ohne Proof of Work gibt es kein hartes Geld. Ohne Gründer oder Firma gibt es keine tatsächliche Unantastbarkeit. Ohne Dezentralität gibt es keine Zensurresistenz.

Fazit

Bitcoin ist einmalig. Es kann nicht ersetzt, kopiert oder verbessert werden, ohne seine fundamentalen Eigenschaften zu verlieren. Es ist kein “Schnell-reich-werden”-Schema und kein Marketing-Produkt. Es ist ein faires System, das auf Mathematik basiert statt auf Versprechen.

Hüte dich vor Betrügern: DYOR — Do Your Own Research. Investiere kein Geld in Altcoins. Kurzfristige Gewinne sind möglich, langfristige Verluste garantiert.

Bitcoin — nicht Crypto.


Weiterführende Ressourcen:

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